Jedes Jahr gibt es diesen einen Morgen. Ich stehe vor dem Schrank, greife automatisch zum Leinenkleid und merke beim Blick aus dem Fenster, dass das keine gute Idee ist. Diese Woche war es wieder so weit. Also habe ich mir einen Sonntagnachmittag freigehalten und den Schrank einmal komplett auf Herbst umgestellt.
Das mache ich nicht, weil ich ein Ordnungsfan bin. Ich mache es, weil ich morgens schlicht schneller angezogen bin, wenn nur das im Blickfeld hängt, was ich gerade tragen kann.
Erst alles raus, dann entscheiden
Ich räume wirklich jedes Fach leer. Klingt nach mehr Arbeit, spart aber Zeit, weil ich jedes Teil einmal in der Hand habe. Dabei entstehen drei Stapel: bleibt vorne, wandert in die Kiste, darf gehen. Beim dritten Stapel bin ich ehrlich zu mir. Was ich den ganzen Sommer nicht getragen habe, obwohl es warm genug war, ziehe ich auch nächstes Jahr nicht an.
Sommerteile richtig einlagern
Bevor etwas in die Kiste kommt, wird es gewaschen. Auch Teile, die nur einmal kurz an waren. Unsichtbare Flecken von Sonnencreme oder Deo werden über den Winter sonst gelb, das musste ich bei einem weißen Top leider lernen. Leinen und Baumwolle lege ich locker zusammen, statt sie zu stapeln wie im Laden. Die Kisten haben einen Deckel, stehen oben im Schrank, und in jede kommt ein kleines Säckchen mit Lavendel.
Bei den Schuhen gehe ich genauso vor. Die Sandalen werden abgewischt, bekommen etwas Zeitungspapier hinein und wandern in einen Stoffbeutel. Die Stiefel hole ich dafür aus dem Keller, putze sie einmal gründlich und imprägniere sie, bevor der erste Regentag kommt.
Einen Teil der Sommersachen lasse ich aber bewusst draußen: ein, zwei leichte Blusen und ein langes Kleid, die ich jetzt mit Strickjacke und Stiefeln kombiniere. Genau diese Übergangsteile bringen mich durch die Wochen, in denen es mittags noch warm ist.
Was bei mir jetzt nach vorne rückt
Die Strickpullover kommen nicht auf Bügel, sondern gefaltet ins mittlere Fach, weil sie sonst an den Schultern ausleiern. Davor liegen die Teile, die ich im Oktober am meisten trage: eine gerade geschnittene Jeans, zwei Rollkragenshirts, der dunkelgrüne Cardigan und meine Lieblingsjacke aus Wolle. Mäntel hänge ich erst in den Flur, wenn ich sie wirklich brauche, sonst ist die Garderobe nur voll.
Und ganz ehrlich: Das Schönste an der Aktion ist der Stapel mit Pullovern, die ich seit März nicht gesehen habe. Es fühlt sich jedes Mal ein bisschen an wie Shoppen, ohne einen Cent auszugeben. Mein Tipp, falls du auch gerade vor dem Schrank stehst: Plane dir zwei Stunden ein, mach Musik an und fang mit der Schublade an, vor der du dich am meisten drückst.